Die Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg schaut kritisch auf die wenigen und kaum bestehenden FLINTA* Strukturen in der Linksjugend [’solid], insbesondere im eigenen Landesverband. Es muss anerkannt werden, dass Strukturen für FLINTA* eine Notwendigkeit im Klassenkampf darstellen.
Deswegen ist jede Basisgruppe dazu aufgefordert FLINTA* Plena zu unterstützen und Bedürfnisse von FLINTA* Genoss:innen wahrzunehmen und nachzukommen. Zusätzlich ist der LSp:R dazu angehalten FLINTA* Strukturen zu fördern in Form von Vernetzung und Bildung. Voraussetzung dafür ist, dass für FLINTA* kein Mehraufwand entstehen darf und nicht-FLINTA* sich an der Unterstützung von FLINTA*-Strukturen und dem Aufbau eines OMKs beteiligen müssen.
Schon seit wir Kinder sind, werden wir durch das kapitalistische und patriarchale System gespalten. Uns wird erzählt, dass es durch körperliche Unterschiede eine Einteilung in Geschlechter geben muss, dass wir uns durch unsere Unterschiede hassen müssen und dass die Unterdrückung von FLINTA* eine durch natürliche Gegebenheiten nicht vermeidbare Sache sei. Im gleichen Atemzug werden daraufhin liberale und reformistische „Verbesserungen“ als Gleichberechtigung dargestellt, während diese oftmals nur die Verbesserung für reiche, weiße cis-Frauen bedeuten.
Realität ist: Unsere Gesellschaft ist weit entfernt von Gleichberechtigung. Dies ist nicht nur strukturell durch z.B. Lohnunterschiede sichtbar, sondern auch durch den gesellschaftlichen Anstieg von Misogynie und Transfeindlichkeit. Diese Entwicklung ist tief verankert in dem systemischen Hass gegenüber Flinta*, welcher künstlich durch die herrschende Klasse geschürt wird. Das dient der Schwächung des Klassenkampfes, indem wir uns auf unsere Unterschiede, statt auf unsere Gemeinsamkeiten fokussieren.
Auch in der feministischen Bewegung versuchen regressive Kräfte uns zu spalten, in dem Transpersonen und BIPoC als Feindbild geschaffen werden. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen. Gefährlich ist für Flinta* besonders die wachsende incel-Bewegung unter jungen Männern, welche besonders von Gewaltfantasien an Frauen geprägt ist, welche von Misshandlung und Vergewaltigung bis hin zu Mord reichen. Diese Entwicklung wurzelt in dem bestehenden Rechtsruck, weshalb der Kampf gegen Flinta*-feindliche Bewegungen auch ein antifaschistischer Kampf ist. Bewegungen wie diese dienen zudem der herrschenden Klasse als Werkzeug, um uns zu spalten.
Die Spaltung von FLINTA* ist zudem eine treibende Kraft der Verbandsrechten in der Linksjugend [’solid]. Besonders der BAK Shalom, der BAK Feminismus und das Marxistische Netzwerk sind hierbei wichtige Akteure. Es wird versucht, durch Transfeindlichkeit und das Trennen von Räumlichkeiten in z.B. Frauen(*)räume die Vernetzung und gemeinsamen Kämpfe von FLINTA* zu untergraben (zum Beispiel wurde die Legitimität von Abstimmungen zur Unterstützung oder Ablehung von Anträgen durch das FLINTA*-Plenum des 18. Bundeskongresses in Frage gestellt). Dies ist eine höchst problematische Entwicklung, die wir entschieden ablehnen.
Deswegen ist für uns klar: Wir lassen uns nicht spalten!
„Feminism involves so much more than gender equality and it involves much more than gender.”
-Angela Davis
Die Bemühungen die Bewegung zu spalten, auch indem FLINTA*-Themen als nebensächlich eingeordnet werden, um eine vermeintlich konservative Arbeiter:innenklasse zu vertreten, lehnen wir entschieden ab.
Denn dass Klassenkampf intersektional feministisch verlaufen muss, ist für uns selbstverständlich.
Zum Beispiel sind migrantische FLINTA* überdurchschnittlich in schlecht bezahlten Berufen vertreten und Trans*-Personen erleben häufiger Gewalt und haben gleichzeitig schlechteren Zugang zu Schutzräumen. So zeigt sich, dass migrantische FLINTA* beispielsweise besonders häufig in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind und somit von Klassenunterdrückung, Rassismus und Sexismus gleichzeitig betroffen sind.
Dies bedeutet für uns jedoch nicht die Bewegung zu spalten, sondern Kämpfe gemeinsam zu organisieren und marginalisierte Stimmen gezielt zu stärken.
Zudem ist das Sein von FLINTA* grundsätzlich eine ähnliche Erfahrung, weshalb der Austausch und die Vernetzung von FLINTA* essenziell ist für eine feministische und klassenkämpferische Linksjugend [’solid].