Sexarbeit solidarisch in den Diskurs bringen.

Die politische Linke, uns als Jugendverband inkludiert, strebt eine Gesellschaft an, in der die Geschlechter gleichgestellt sind und in der Sexualität frei und gleichberechtigt, ohne Zwang oder Diskriminierung, gelebt werden kann. Sexuelle Ausbeutung von Sexarbeitenden ist mit unserem feministischen und
 emanzipatorischen Selbstverständnis unvereinbar. Wir lehnen die Inanspruchnahme von sexueller Handlungen unter Zwang entschieden ab, unabhängig davon, ob sie bezahlt oder unbezahlt stattfinden.  Dazu gehören unter anderem physische, psychische und materielle Zwänge.
Auch in der Sexarbeit sind sie Ausdruck patriarchaler, kapitalistischer, rassistischer Machtverhältnisse, und ökonomischer Ungleichheit. Wir kritisieren alle Verhältnisse, die Menschen in prekäre und ausbeuterische Formen der (Sex-)Arbeit drängen. Weiter erkennen wir an, dass migrantisierte FLINTA*-Personen in der Sexarbeit gesellschaftlich nochmal deutlicher von Misogynie betroffen sind und wir uns solidarisch an ihre Seite stellen.

Menschenhandel, Zwangs- und ausbeuterische Verhältnisse in der Sexarbeit müssen konsequent bekämpft werden. Ursachen hierfür sind insbesondere Armut, unsichere Aufenthaltsverhältnisse, restriktive Migrationspolitik, fehlende soziale Absicherung sowie mangelnde Rechte und Schutzmöglichkeiten für Betroffene. Eine wirksame linke Politik gegen Ausbeutung setzt deshalb auf soziale Sicherheit, sichere Flucht- und Migrationswege, Arbeitsrechte, Aufenthaltsrechte, Gesundheitsversorgung und die Stärkung der Selbstbestimmung von Sexarbeitenden. Eine emanzipatorische Politik unterscheidet zwischen der Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen und der Bewertung individueller Lebens- und Sexualitätsformen. Ziel linker Politik muss es sein, Ausbeutung, Gewalt und ökonomischen Zwang zu bekämpfen, ohne Stigmatisierung,
Denunziation oder Eingriffe in die sexuelle Privatsphäre zu fördern.